Vereinsgeschichte

1934-heute

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So fing es an: Fliegen hangabwärts, Katapultstart mit Gummiseil. Eine Flugzeit von 60 Sekunden war schon viel! Nach der Landung musste das Flugzeug mühsam wieder den Hang hinauf geschoben werden. Das Fluggelände befand sich damals an den Hängen des Ecknachtales (heute Industriegebiet Süd), zwischen Unterwittelsbach und Kühbach, in Aichach-Oberbernbach, westlich der Ziegelei Renz. Flugbetrieb war immer von Herbst bis Frühjahr, um keinen Flurschaden zu verursachen. Ab 1936 (bis 1945) verfügte die Segelfliegergruppe über eine eigene Baracke mit Werkstatt, Magazin- und Flugzeugeinstellraum.

 

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Nach Gründung des Luftsportvereins Aichach 1950 wurde mit dem Bau eines doppelsitzigen Segelflugzeugs, dem „Doppel-Raab” begonnen, ein Wagnis in zweifacher Hinsicht: finanziell Startkapital 60 Mark, und fliegerisch, denn es handelte sich um eine Neukonstruktion, die nur auf dem Papier stand. Im Vertrauen auf das Können des persönlich bekannten Konstrukteurs ging man an die Arbeit. Auf abenteuerliche Weise hatten die Altomünsterer Segelflieger einen SG 38 über die Kriegswirren gerettet und wieder flugfähig gemacht. In schöner Fliegerkameradschaft boten sie den Aichacher Flugbegeisterten, die noch über kein eigenes Fluggerät verfügten, die Möglichkeit zu ersten Rutschern und Luftsprüngen. Geflogen wurde bei Schiltberg nach alter Manier mit Gummiseil.

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Das Bild zeigt das mühsame zurücktransportieren des Gleiters nach jedem Flug. 1953 war es endlich soweit: Fluglehrer F. Halder brachte den Eigenbau erstmals in die Luft. Der Vogel erfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen. Als Fluggelände diente die noch unbebaute Kreisgutwiese. Von Anfang an wurden auch Passagierflüge durchgeführt. Einer der ersten Passagiere war Bürgermeister Wernseher, ein großer Freund und Förderer des Flugsports. Da die Kreisgutwiese auch landwirtschaftlich genutzt wurde, stand sie als Fluggelände nur beschränkt zur Verfügung. So waren die Aichacher Flieger Gäste in Neuburg / Donau Gersthofen, Gablingen, Bachern-Schönau und Schleißheim. Diese „Auswärtsfliegerei” war beschwerlich und mit großem Aufwand verbunden.

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Fluglehrer Hans Molz flog den ersten Motorsegler des Vereins, einen Scheibe-Falken, von Dachau nach Aichach. Das war 1970. Der erste Hangar war gerade rechtzeitig fertig, als im September der D – KDBX kam. Der zweisitzige Motorsegler brachte eine neue Art der Fliegerei nach Aichach; außerdem bedeutete er eine große Erleichterung für die Schulung. Die Mitgliederzahl nahm nun deutlich zu. Das Flugzeug, eine SF 25 B, wurde 1973 an die Fliegergruppe Altdorf bei Nürnberg verkauft und fliegt da heute noch. Seine jetzige Heimat erhielt der Verein 1962. Die Stadt stellte ein Grundstück zur Verfügung, mit Zuschüssen konnte ein Werkstättenbau in Eigenarbeit erstellt werden. Fertigstellung 1965.

 

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In den Wintermonaten herrscht, damals wie heute, in den Werkstätten Hochbetrieb. Die Flugzeuge müssen jährlich vor Beginn der Flugsaison von einem amtlichen Prüfer abgenommen werden. Die notwendigen Wartungs- und Reparaturarbeiten führt eine eingespielte Werkstattmannschaft mit dem Werkstattleiter an der Spitze durch.

 

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1963/64 war es dann endlich so weit! Nach vorläufiger Zulassung wurde 1965 offiziell Flugplatz Aichach genehmigt. „Klein aber mein”: 450 m. Ein von der Stadt Aichach großzügiger weise zur Verfügung gestelltes Gelände wurde mit weiterer städtischer Unterstützung und in Eigenarbeit ausgebaut. 1982 erlaubte das Entgegenkommen mehrerer Landwirte eine Verlängerung der Start- und Landebahn auf 600 m. Hoffnung für die Zukunft von Damals war eine Verlängerung auf 850 m durch Flurbereinigung.

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Der erste Hangar wurde 1970 erstellt. In diesem Jahr verzichtete man weitgehend auf das Fliegen; Geld war wie gewöhnlich knapp, aber mit Unterstützung durch die Stadt und durch Privatfirmen und mit viel Eigenarbeit konnte es geschafft werden. Der 2. Hangar kam 1976 dazu. Wieder: Zuschuss von der Stadt und vom Landkreis, Spenden von Firmen und Eigenleistung, was immer möglich war. Gekauft wurde nur Material, für Arbeitslöhne wurde keine Mark ausgegeben.

Fortsetzung folgt…