Es ist möglich beim LSV Aichach mitzufliegen. Die Kosten belaufen sich auf 1€ pro Minute für den Segelflieger bzw 1,50€ pro Minute für das UL-Flugzeug.

Segelflug gibt es ab 10 Minuten für eine Platzrunde, beim Motorflug wird die Flugroute vorher besprochen.

Hier ein paar Vorschläge für den Motorflug:
– Einige Runden über Aichach bzw. Ortsteile sind ca. 30 Minuten
– Ammerseerunde ca. 1 Stunde
– BMW Welt, Olympiastadion, Allianzarena, Englischer Garten, entlang der Isar nach Schäftlarn, über den Starnberger See und Ammersee zurück ist ca. 1 Std. 15 Minuten
– Alpenpanorama über Ammersee zum Staffelsee und dann nach Kempten oder über den Lech zurück ca. 1,5 Stunden
– Zugspitze ca. 2 Stunden.

Bei Segelflug ist die Route und Flugzeit abhängig von der Thermik und dem Wetter aber auch beim Motorflug bestimmt der Wind die eigentliche Flugzeit.
Abgerechnet wird nach Flugzeit – ein Gutschein wird entsprechend dann abgezogen. Gutscheine bzw. einen passenden Geschenkkarton gibts bei uns zu erwerben.

Wann kann ich mitfliegen?  Wohin kann ich fliegen?

Eigentlich besteht Mitflugmöglichkeit immer dann wenn der Verein am Flugplatz Aichach Betrieb macht. Das ist in der Regel an Wochenenden wenn das Wetter einigermaßen brauchbar ist.

Für Motorflug zu empfehlen ist der Vormittag oder ab Nachmittag ca. 16:00 da dann die Luft meist ruhiger ist, Segelflieger wiederum nutzen die Thermik welche gegen Mittag bis zum späten Nachmittag für schöne Flüge sorgt.

Kommen Sie zum Flugplatz und sprechen Sie das nächste erreichbare Vereinsmitglied an, wir freuen uns über Ihr Interesse. Bedenken Sie aber bitte auch, dass die Flugzeuge von den Vereinsmitgliedern mit viel Einsatz und Engagement in erster Linie für Vereinsflüge unterhalten und gepflegt werden. Die Doppelsitzer sind auch meist für die Ausbildung von Pilotennachwuchs vorgesehen. Geben Sie uns bei kurzen Flügen an schönen Wochenendtagen deshalb etwas Zeit, um Ihren Flug im Tagesablauf unterzubringen.

Längere Flüge (z.B. Alpenflüge oder Rundflug über München) sollten abgesprochen werden, um die für Sie beste Tageszeit bzw. Wetterbedingungen zu finden, damit der Flug ein schönes bleibendes Erlebnis wird.
Das Telefon 08251 / 3813 am Platz ist am Wochenende bei Flugbetrieb besetzt.

Mehr Antworten zu
– Flugausbildung: Georg Schulte, Telefon 08251/51457
– Mitfliegen Motorflug: Mario Lindner, Telefon 08251/53800
– Mitfliegen Segelflug: Heidi Schreckhase, Telefon 08251/82920

 

Häufige gestellte Fragen –Hoffentlich klare Antworten

Was kostet mich das „Mitfliegen“?

Wir fliegen prinzipiell zu „Selbstkosten“, der Flugpreis deckt also nur den Aufwand für den Betrieb der Maschinen und des Flugplatzes, der Pilot erhält keine Vergütung.
Der Pilot kassiert den Flugpreis von Ihnen direkt, da die Kosten des Fluges vom Kassier immer mit dem Piloten abgerechnet werden.

Mit welchen Flugzeugen kann ich fliegen ?

Mitflugmöglichkeiten bestehen im Segelflugzeug (jeweils 1 Fluggast), Motorflug (jeweils 1 Fluggast). Motorflugzeuge sind bestens geeignet, irgendwo hin zu fliegen und Landschaften oder Städte aus der Luft zu genießen. Dauer des Flugs und Flugroute sind genau planbar, Landungen an anderen Flugplätzen auf Wunsch möglich.

Segelflüge bieten das unmittelbare Erlebnis des Motorlosen Fluges, die Flugdauer hängt stark von den Wetterbedingungen ab (gute Thermik = lange Flüge, keine Thermik = nur Platzrunden möglich). Auch die Flugroute ist nicht genau zu planen, sondern hängt auch bei guter Thermik stark vom regionalen Wetter ab.

Motorflug ist meist am Morgen oder am späten Nachmittag oder Abend für die Mitflieger angenehmer, weil dann die Thermik noch nicht oder nicht mehr wirksam ist. Die Luft ist dann nicht sehr turbulent und der Magen der Gäste wird geschont.

Wer gern den Segelflug ausprobieren möchte, ohne zu sehr geschaukelt zu werden, kann dies auch morgens oder abends tun, das motorlose Gleiten ist sehr eindrucksvoll, die Flüge dauern aber nicht sehr lange (max. ca. 10 Minuten), weil die Aufwinde fehlen.

Segelflüge von längerer Dauer sind vom späten Vormittag bis zum beginnenden Spätnachmittag möglich; dann hat an Sonnentagen der warme Boden die Luft soweit aufgeheizt, dass sie als warmer Aufwind (Thermik) nach oben steigt. Das Segelflugzeug wird darin kreisend mit nach oben getragen und kann aus größeren Höhen im Gleitflug viele Kilometer Strecke zurückliegen. Es verliert dabei an Höhe, die durch Kreisen in der nächsten Thermik wieder gewonnen werden muss.. Naturgemäß sind solche Flüge wegen der turbulenten Aufwinde relativ unruhig. Der Segelflug stellt aber nach wie vor das beeindruckendste Erlebnis des freien Fliegens in der Luft dar, das auch lang gediente Segelflieger immer wieder suchen.

 Ist ein Segelflugzeug nicht unsicherer als ein Motorflugzeug?

Nein, jedes Flugzeug erhält seinen Auftrieb durch die Vorwärtsbewegung und den „Fahrtwind“ über den Tragflügeln. Beim Segelflug entsteht die Vorwärtsbewegung durch ganz flaches Abwärtsfliegen (wie bei dem Radfahrer, der einen Hügel hinunter fährt), beim Motorflug zieht der Propeller das Flugzeug vorwärts durch die Luft. Der Effekt am Flügel (Auftrieb) kommt bei beiden Flugarten auf die gleiche Weise durch die Vorwärtsbewegung zustande.

Was passiert wenn bei Motorflugzeug der Motor stehen bleibt?

Zunächst nichts aufregendes. Es wird leise im Flugzeug und der Pilot wird einen flachen Sinkflug einleiten, um die Geschwindigkeit und damit den Auftrieb an den Flügeln zu behalten. Das Flugzeug bleibt dabei vollkommen steuerbar.

Wenn keine andere Möglichkeit besteht, den Motor wieder in Gang zu setzen, kann jedes Flugzeug des LSV Aichach auf Wiesen, Feldern oder sonstigen einigermaßen ebenen Flurstücken von ca. 150 m Länge sicher landen. Davon gibt es bei uns genug, und jeder Pilot wird darauf in seiner Ausbildung trainiert. Aus den normalen Flughöhen hat der Pilot immer die Möglichkeit, geeignete Landestellen im Umkreis von mehreren Kilometern zu erreichen.

Gibt es Luftlöcher?

Nein, die Luft hat keine Fehlstellen oder verdünnte Bereiche. „Luftlöcher“ im landläufigen Sinne sind turbulente Luftströmungen (v.a. Auf- und Abwinde), die an warmen Tage dadurch ausgelöst werden, dass sich bodennah erwärmte Luft wie ein Heissluftballon löst und nach oben strömt. Natürlich muss dann irgendwo in der Nähe auch in der Höhe abgekühlte Luft wieder absinken. Diese Vertikalströmungen erreichen Geschwindigkeiten (an aktiven Thermiktagen) bis zu ca. 5 m /s aufwärts oder abwärts (das entspricht immerhin ca. 18 km/h), sie sind aber nicht sichtbar. Ein Flugzeug im Reiseflug wird von diesen Strömungen mitbewegt, wie ein Ruderboot von der Strömung, wenn es einen Fluss überquert. Da Auf- und Abwind oft dicht nebeneinander liegen, kann es an schönen Sonnentagen in der Luft oft kräftig schaukeln. Die Flugzeuge halten das problemlos aus, die Piloten in den allermeisten Fällen auch: Die Fluggäste sollten evtl. für einen genussvollen Flug eine ruhigere Tageszeit als kurz nach dem Mittagessen wählen. Sprechen Sie vorher mit uns, wir finden sicher eine Tageszeit ohne große Schaukelei.

Darf ich aus dem Flugzeug heraus fotografieren?

Seit einigen Jahren sind Aufnahmen aus Flugzeugen grundsätzlich für Jeden zugelassen. Sie können also Ihre Erinnerungsfotos gerne machen und auch allen Interessierten zeigen. Sollten Sie eine Kamera mit Einstellmöglichkeiten haben, stellen Sie die Entfernung grundsätzlich auf „Unendlich“ und wählen Sie Blende und Belichtungszeit so, dass die Belichtung möglichst schnell erfolgt (1/500 – 1/1000 sec). Damit wird das Risiko von verwackelten Bildern durch Motorvibrationen oder Turbulenzen gering, die Tiefenschärfe leidet nicht darunter, weil der Boden ohnehin mindestens einige hundert Meter entfernt ist. Schalten Sie Blitzgeräte aus, sonst gibt es häufig Reflexe von der Kabinenhaube.

Wie hoch fliegen wir?

Mindestens 150 m über freiem Land, 300 m über Ansiedlungen und 600 m über Großstädten. Im Motorflug i.d. Regel zwischen 600 und 1000 m über dem Boden. Wir dürfen, wenn nicht andere Beschränkungen wie kontrollierte Lufträume in der Umgebung von großen Flughäfen die verfügbaren Höhen einschränken, in Deutschland bis etwa 3000m Höhe ü. NN frei fliegen. Der Segelflug bewegt sich i.d. Regel in Höhen zischen 500 und 1500 m über Grund, bei sehr guten Bedingungen auch bis über 2000 m hoch. Wir dürfen nicht in Wolken einfliegen!

„Verwandtschaftsbesuche“ im Tiefflug mit vielen Kreisen um einzelne Häuser sind unzulässig, Ihr Pilot kann diesem Wunsch auch gar nicht nachkommen, sonst bekommt er Probleme mit Luftraumüberwachung, Luftamt und Verein.

Wie schnell fliegen wir?

Immer so schnell, dass die Luftströmung über den Tragflächen genug Auftrieb liefert, damit das Flugzeug überhaupt fliegen kann. Bei Seglern und Motorseglern ist das ab etwa 70 – 80 km/h der Fall, bei Motorflugzeugen ab etwa 100 km/h. Die normale Reisegeschwindigkeit liegt bei Seglern zwischen 100 und 150 km/h, bei Motorseglern zwischen 130 und 160 km/h und im Motorflugzeug zwischen 150 und 200 km/h.

Wie weit kann ein Flugzeug fliegen?

Motorflugzeuge haben für ca. 4 – 6 Stunden Treibstoff an Bord, damit kann man zwischen 500 und 800 km Strecke zurücklegen. Segelflugzeuge können so lange und weit fliegen, wie sie thermische Aufwinde nutzen können. Das geht von etwa 5 Stunden nach Sonnenaufgang bis 2 Stunden vor Sonnenuntergang. Von Aichach aus wurden so schon Strecken im Segelflug von mehr als 500 km ohne Zwischenlandung geflogen.

Stürzen wir ab, wenn im Segelflug-Windenstart das Seil reißt?

Nein! Der Windenstart ist immer eindrucksvoll durch seinen raschen Steigflug. Das Flugzeug nimmt dabei aber eine normale Lage gegenüber der anströmenden Luft ein und ist in jeder Phase voll steuerbar. Bei einem Seilriss, der schon hin und wieder vorkommt, bringt der Pilot sofort die Nase des Seglers nach unten und landet je nach Höhe beim Seilriss entweder geradeaus in der Wiese neben der Schleppwinde oder kehrt nach einer kurzen Runde zum Flugplatz zurück. Jeder Pilot kennt und übt den Vorgang immer wieder und hat ihn deshalb schon öfter selbst erlebt. Er gehört z.B. zum Ausbildungsprogramm bei Flugschülern.

Anmerkung: Wem der Windenstart (in ca. 30 sec. auf über 300 – 350 m Höhe mit Steiggeschwindigkeiten bis über 15 m /sec) zu spektakulär ist, der kann auch einen Seglerstart im Schlepp der Motormaschine machen, der sanft auf ca. 500 – 600 m Höhe führt.

Sind kleine Flugzeuge weniger sicher  als große?

Keinesfalls, kleine Maschinen und auch Segler halten meist wesentlich größere Luftkräfte aus als Großflugzeuge (Beispiel: Segelflugzeuge und kleine Motormaschinen sind oft zum Kunstflug zugelassen, jedoch kein einziges Verkehrsflugzeug).

Die Prüfungs- und Zulassungsvorschriften machen keinen Unterschied zwischen „klein“ und „groß“.

Bevor die Belastungsgrenzen von Flugzeugen erreicht werden, können oft die Insassen vor lauter Beschleunigung (G-Kräfte) die „Augen nicht mehr offen halten“. Keine Sorge also, so lange es Ihnen gut geht, hat die Technik des Flugzeugs sicher keine Probleme mit den Turbulenzen.

Anmerkung: Tragflächen müssen sich leicht biegen, um Luftkräfte zu verarbeiten. Das ist kein Zeichen von „Schwäche“.

Warum fliegen wir die Kurven mit Schräglage?

Wie ein Radfahrer gleichen wir die Fliehkräfte in den Kurven durch Neigung zur Kurveninnenseite aus. Im Normalflug wirkt die Scherkraft nach unten, der Auftrieb am Flügel nach oben. Bei Kurven muss der Auftrieb Schwerkraft und horizontale Fliegkraft ausgleichen, die gemeinsam schräg nach unten aus der Kurve heraus ziehen. Also neigen wir unsere Maschine nach innen. Bleiben Sie aufrecht sitzen, sie müssen sich nicht schief in das Flugzeug setzen, um nicht nach innen zu rutschen. Normale Schräglagen beim Kurvenflug liegen bei 15 – 25°, was aber meist von innen wesentlich steiler aussieht. Schräglagen sind völlig ungefährlich, auch wenn sie bis nahe an 90° herangehen.

Sind Flugzeuge innen laut?

Motorflugzeuge sind innen lauter als Autos, weil Geräuschdämmung nur über dicke und relativ schwere Schallisolierungen erreicht werden kann. Flugzeuge sollen aber möglichst leicht sein, deshalb wird u.a. weniger Isoliermaterial verbaut. In Seglern rauscht es je nach Geschwindigkeit erheblich, da kleine Luftwirbel an Kabinenhaube, Seitenfenstern, Ruderschlitzen und ähnlichen Vorsprüngen Wirbel und damit Fahrtgeräusche produzieren.

Muss ich mich im Flugzeug warm anziehen, oben ist es doch kalt?

Motorflugzeuge haben eine Heizung, normale Kleidung wie im Auto reicht aus.

Segler heizen sich auch bei kühlem Wetter durch die Sonneneinstrahlung in die große Plexiglashaube auf, sodass eher eine gute Lüftung als eine Heizung notwendig ist. Schauen Sie sich Ihren Piloten an, wenn er in der kurzen Hose mit T-Shirt fliegt, brauchen Sie keinen Pelzanorak.

Was ist, wenn mein Magen den Flug nicht so genießt wie ich?

Zunächst: Schauen Sie nicht nur auf die Instrumente, sondern auf entfernte Punkte in der Landschaft. Gleichgewichtsorgan und optische Wahrnehmung passen dann besser zusammen und Ihnen wird kaum übel. Schauen Sie beim Kreisen im Segler auch nicht auf die dauernd auf die Flügelspitze – so faszinierend dieser Blickwinkel auch ist – sondern in Richtung Horizont. Machen Sie kein zu raschen Kopfbewegungen, das stört Ihr Gleichgewichtsorgan, was es Ihnen übel nimmt.

Informieren Sie den Piloten bei den ersten Anzeichen von Magendrücken, er wird versuchen, möglichst ruhig zu fliegen. Greifen Sie ruhig zum Steuerknüppel und fühlen Sie die Ruderbewegungen des Piloten mit. Diese Konzentrationsübung beschäftigt Ihr Gehirn meist so, dass es den Magenzustand als zweitrangig einschätzt. Machen Sie das Lüftungsfenster auf, wenn Ihnen die frische Luft gut tut.

Hilft alles nicht, erleichtern Sie sich in die dafür vorgesehenen Tüten, die es in jedem Flugzeug (meist in der Seitentasche) gibt. Es ist auch vielen Piloten am Beginn ihrer fliegerischen Laufbahn schon ähnliches passiert.

Zum Schluss wünschen wir Ihnen ein schönes und bleibendes Flugerlebnis, viel Spass beim Zuschauen oder Mitmachen am Flugplatz. Geben Sie bitte positive Eindrücke an Freunde und Verwandte weiter.

Wenn es Ihnen in der Luft gar zu gut gefällt – wir freuen uns über neue Mitglieder und Piloten! Fragen Sie nach den Möglichkeiten und Bedingungen. Segelfliegen kann man mit 14 Jahren beginnen, Motorseglerflug ist ab 17 Jahren möglich. Eine Altersgrenze nach oben besteht nicht. Die Ausbildung erfolgt im Verein bis zum Luftfahrerschein.

Luftsport ist anspruchsvoll, erfordert persönlichen Einsatz, Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein. In dieser Hinsicht ist er vielleicht elitär im positiven Sinne. Im Vereinsrahmen ist Flugsport nicht teurer als andere Sportarten.

Segelfliegen:                            Fliegen mit der Kraft von Sonne und Intelligenz